Thomas Schickentanz will es machen

FUSSBALL: Nachfolger für Mindens Kreisvorsitzenden Walter Schütte gefunden/ Artikel erschienen am Montag, 22. Oktober 2012 in der Neuen Westfälischen Zeitung, Lokalsport Bad Oeynhausen

Bückeburg-Röcke. Wenn sich Walter Schütte beim ordentlichen Kreistag im kommenden Jahr (22. April 2013) nicht mehr zur Wahl des 1. Vorsitzenden des Fußballkreises Minden stellt, dann wird das ein anderer tun. Thomas Schickentanz steht bereit, wie er gestern bei einem Gespräch in seinem Haus in Bückeburg-Röcke sagte. Mehr noch: Der 52-Jährige ist seit einiger Zeit damit beschäftigt, seine neue Vorstandsmannschaft auf die Beine zu stellen.

Und da werde es zunächst kaum Änderungen geben. „Bei der Sitzung in der vergangenen Woche haben sich alle anderen Vorstandsmitglieder bereit erklärt, weiter zu machen, auch wenn Walter Schütte aufhört“, sagt Schickentanz, der seit knapp neun Jahren Geschäftsführer des Fußballkreises Minden ist und in zweiter Periode (der Vorstand wird für drei Jahre gewählt) stellvertretender Kreisvorsitzender. Schickentanz ist in den vergangenen Jahren in die Nachfolger-Rolle des Kreisvorsitzenden hineingewachsen, einen ernst zu nehmenden Gegenkandidaten gibt es nicht, seine Wahl dürfte als sicher gelten. Und das nicht nur, weil der Kreisvorstand das so gerne hätte, sondern weil sich Thomas Schickentanz in den vergangenen Jahren einen sehr guten Ruf bei den Vereinen erarbeitet hat. „Ich würde die Wahl von Thomas sehr begrüßen. Er ist ein super Typ, kennt sich aus und hat immer ein offenes Ohr für die Vereine. Für mich ist Thomas Schickentanz der absolut richtige Mann für diese Aufgabe“, sagt zum Beispiel Andreas Hinkelmann, Vorsitzender des TuS Lohe. Bestätigt wird Hinkelmanns Meinung durch die von Michael Körtner, Vorsitzender von Rot-Weiß Rehme. Er sagt: „Die Nominierung von Thomas Schickentanz ist erwartungsgemäß, und ich persönlich halte ihn auch für den geeigneten Nachfolger von Walter Schütte.“

Thomas Schickentanz selbst bekommt für die neue Herausforderung nicht nur die breite Unterstützung vom Kreisvorstand und von der Basis, sondern auch von seiner Ehefrau Monika, mit der er seit 28 Jahren „glücklich verheiratet ist“, wie er sagt. Beide lernten sich während der Ausbildung für die Beamtenlaufbahn bei der Bundeswehr-Verwaltung kennen. Thomas Schickentanz stammt aus dem rheinländischen Troisdorf, seine Frau aus dem Norden, genau aus Brake an der Unterweser. 1982 zieht es beide nach Minden zur dortigen Standortverwaltung. Thomas Schickentanz arbeitet Anfang der 1990er Jahre zwei Jahre lang für die Gauck-Behörde in Berlin und Frankfurt/Oder. 1995 absolvieren beide noch ein Aufbaustudium für die gehobene Beamtenlaufbahn, und seit Ende der 1990er Jahre arbeiten Monika und Thomas Schickentanz bei der Stadt Minden. So sehr Ehefrau Monika das Engagement ihres Mannes auch unterstützt, so sehr behält sie aber auch im Auge, dass er sich nicht im Fußball verliert. „Sie bremst hin und wieder an der richtigen Stelle, wofür ich sehr dankbar bin“, sagt Thomas Schickentanz. Kinder hat das Ehepaar nicht.

Im Fußballkreis Minden ist der 52-Jährige bekannt. Vereinsmäßig ist er nach seinem Umzug nach Minden in Barkhausen aktiv, und leistet dort bis 2004 Vorstandsarbeit. Danach wechselt er als Kreis-Geschäftsführer eine Etage höher. Seit zwanzig Jahren ist der schlacksige Fan von Borussia Mönchengladbach als Fußball-Schiedsrichter unterwegs: Schickentanz pfeift für den FC Bad Oeynhausen. Er ist zudem Pokal-Spielleiter, Ehrenamtsbeauftragter und zuständig für die Freundschaftsspiele im Fußballkreis Minden. „Pokal-Spielleiter möchte ich gerne bleiben, auch Schiedsrichter, wenn es die Zeit erlaubt“, sagt Schickentanz. Die künftige Rolle des Ehrenamtsbeauftragten werde ohnehin gerade im Verband diskutiert, und für die Organisation der Freundschaftsspiele habe er schon einen einen Kandidaten im Auge. Dasselbe gelte für seine Nachfolge als Kreis-Geschäftsführer. „Wir haben da schon ein paar positive Gespräche geführt“, lässt Schickentanz durchblicken.

Inhaltlich, so der designierte Kreisvorsitzende, würden er und sein Vorstandsteam zunächst nicht viel ändern. „Walter Schütte und sein Kreisvorstand haben gute Arbeit geleistet. Und mir wäre auch lieber gewesen, Walter machte weiter, denn ich weiß nicht, ob ich seine große Fußstapfen ausfüllen kann und will“, sagt Schickentanz. Auf der anderen Seite klingt bei ihm durch, dass er seinen eigenen Weg gehen wird. „Zunächst ist mir der Kontakt zu den Vereinen ganz wichtig. Vieles lässt sich regeln, indem man miteinander redet, und auch dadurch, dass wir vom Kreisvorstand unsere Arbeitsweise und unsere Entscheidungen besser erklären.“ Mit Hinblick auf einen möglichen Zusammenschluss der Fußballkreise Minden und Lübbecke bekräftigt Schickentanz die Kritik am Versuch des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW), eine Fusion zwangsweise anzuordnen. Diese Idee scheiterte am Veto der beiden Fußballkreise. „Ich denke, das wäre anders gelaufen, wenn die Kommunikation eine andere gewesen wäre. Wir werden selbstverständlich die Entwicklung in beiden Fußballkreisen kritisch beobachten. Das betrifft die demographische Entwicklung genauso wie die finanziellen Möglichkeiten. Wenn wir dann der Meinung sind, dass eine Zusammenlegung Sinn macht, dann möchten das der Lübbecker Kreisvorstand und der Mindener Kreisvorstand gemeinsam selbst entscheiden“, sagt Schickentanz. Zu diesem Thema steht noch ein Gespräch mit dem FLVW-Vorsitzenden Hermann Korfmacher an. Ob das in diesem Monat noch geschieht, ist offen, denn Monika und Thomas Schickentanz spannen nun ein paar Tage auf der spanischen Ferieninsel Mallorca aus.

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