Max geht seinen Weg

Maximilian Müller

Bad Oeynhausen/Löhne. Ihm fehlen die Gegner. Zumindest diejenigen, die in seinem Alter sind. Maximilian Müller, neun Jahre alt, möchte gerne Golfprofi werden. „Wenn er sich das wünscht und weiter daran arbeitet, dann kann er das Ziel auch erreichen“, sagt Jörn Neumann, 41- jähriger Golfprofessional beim Golf-Club Widukind-Land und der Trainer des Jungen aus Bergkirchen, der mit Handicap 13,4 bereits im Leistungssport angekommen ist.

Keine Berührungängste, bei den Erwachsenen mitzuspielen
Da es für Neunjährigeim Golf keine eigene Altersklasse gibt, schließt sich Maximilian gerne Jugendturnieren an, die eigentlich für Zwölfjährige und ältere Spieler konzipiert sind. Aber auch bei Turnieren für Erwachsene mitzuspielen, habe sein Sohn „keine Berührungsängste“, wie Vater Sven Müller sagt. Vor drei Wochen wird der Junge bei einem Qualifikationsturnier im Golf- und Landclub Nordkirchen (zwischen DortmundundMünstergelegen) mit 89 Bruttopunkten in der Altersklasse 12 Sechster von 35 männlichen Teilnehmern. Wäre Max bei diesem nordrheinwestfälischen Turnier Vierter geworden, dann hätte er sich für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert. Da es wiederum nationale Meisterschaften für Zwölfjährige nicht gibt, wäre der künftige Schüler am Löhner Gymnasium bei der „Deutschen“ auf mindestens Vierzehnjährige gestoßen. „Was Maximilian im Augenblick limitiert, ist seine Schlagweite“, sagt Trainer Neumann. Bei 1,40 Meter Körpergrößeund 28 Kilogramm Gewicht ist das auch nicht verwunderlich.

Maximilian Müller“Ich finde es stark, wenn er so zielstrebig ist”
„Wenn die Körpergröße und die Kraft zunehmen, wird sich das auch auf die Schlagweite auswirken“, sagt Jörn Neumann, der bei seiner weiteren Einschätzung über das Nachwuchstalent gut überlegte Worte wählt. „Ich finde es stark, dass er so zielstrebig ist. Der Gedanke, Golfprofi werden zu wollen, ist ja nicht jetzt erst gerade frisch aufgekommen, sondern er hat diese Idee ja schon längere Zeit. Maximilian verfolgt dieses Ziel sehr intensiv, er geht seinem Plan nach und arbeitet konsequent. Das ist für sein Alter erstaunlich, wie ich finde. Maximilian ist dabei sehr natürlich, und doch schon so weit. Er ist unwahrscheinlich fokussiert, sehr klar in seinen Strukturen und in der Art, wie er sein Spiel organisiert. Er besitzt eine sehr gute Technik, ist stark im kurzen Spiel und macht kaum Fehler.“ Jede Woche trainiert Jörn Neumann mit Maximilian Müller eine Stunde lang im Einzelunterricht. Zusätzlich nimmt der Bergkirchener am Jugendtraining des Golf-Clubs Widukind- Land teil. Seit dem vergangenen Jahr trainiert der Neunjährige zudem anderthalb Stunden pro Woche bei der Männer-Clubmannschaft. Und er qualifiziert sich regelmäßig für den vereinseigenen Förderkader. Das sind wöchentlich dreieinhalb Stunden Mannschaftstraining und eine Stunde Einzeltraining. Hinzu kommen Turniere am Wochenende, die er überwiegend mit seinem Vater, der sich selber als „Fahrdienstleiter“ bezeichnet, ansteuert.

In der Woche sind Verabredungen angesagt
Trotz der sportlichen Ambitionen haben Jörn Neumann und Sven Müller ein achtsames Auge auf Maximilian, der „eigentlich immer Lust hat, Golf zu spielen“. „In der Woche gibt es Verabredungen mit Freunden“, sagt Sven Müller. Zur intakten Familie gehören noch Maximilians Mutter Sabrina Diethmüller, die Brüder Julian (8) und Kilian (5) sowie Schwester Pia (3). Angefangen hat alles vor knapp sechs Jahren, als der Filius seinem Vater auf den Golfplatz folgt. „Ich hatte einen Plastikschläger,undGolf hatmit sofort Spaß gemacht. Jetzt spiele ich halt“, sagt Maximilian. Vorbilder habe er reichlich. Die südafrikanische Sportlegende Gery Player zum Beispiel, oder der Düsseldorfer Martin Kaymer und der Ire Rory Mc Ilroy. Letzteren Weltklasse-Golfer hatte der sportliche Junge, der jetzt die Grundschule Volmerdingsen verlässt, bereits vor zwei Jahren genannt, als die NW erstmalig über den damals Siebenjährigen berichtete. Seinerzeit hatte Maximilian ein Handicap von 27,5. In den vergangenen zwei Jahren hat er diese Kennzahl halbiert. Sein Handicap derzeit liegt bei 13,4. Für einen jungen Golfer im Alter von neun Jahren eine echte Hausnummer, wie auch Trainer Jörn Neumann anerkennend bestätigt.


Der Artikel ist erschienen in der Neuen Westfälischen Zeitung, Lokalsport Bad Oeynhausen/Löhne am Montag, 21. Juli 2014: Lokalsportseite zum Download

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