Strom aus Sonne speichern

Thomas Schlötel zeigt den neuen Energiespeicher, vergrößert ist der Touchscreen zu sehen.  FOTO: JÜRGEN KRÜGER

Thomas Schlötel zeigt den neuen Energiespeicher, vergrößert ist der Touchscreen zu sehen. FOTO: JÜRGEN KRÜGER

Minden. Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) sind technisch ausgereift und liefern kostenfreien Strom. Allerdings nur, wenn die Sonne scheint. Nachts hingegen mussten die Betreiber von PV-Anlagen bislang Strom von den öffentlichen Energieversorgern dazukaufen. Das brauchen sie in dem Maße nun nicht mehr zu tun, denn die ersten Energiespeicher sind da. Die Elektro Schlötel GmbH hat bei sich einen solchen Energiespeicher installiert und ist verblüfft. “Wir sind jetzt theoretisch stromautark”, sagt Geschäftsführer Peter Schlötel.

Eigenverbrauch deutlich über 80 Prozent
Stromautark bedeutet, dass Unternehmen ihren benötigten Strom selbst produzieren. Das ist bei Elektro Schlötel der Fall. Auf dem Dach der Firma an der Hahler Straße 152 – 154 in Minden arbeitet seit einigen Jahren zuverlässig eine PV-Anlage mit 30 KW Leistung. Der Sonnenstrom landet zunächst im neuen Energiespeicher und wird von dort aus verteilt. “Die Steuerung ist intelligent und läuft vollautomatisch“, schwärmt Thomas Schlötel, Diplom-Ingenieur Elektrotechnik. Hersteller “Assistec” aus Münster verspricht eine sichere Stromversorgung auf drei Phasen und eine Erhöhung des Eigenverbrauchs auf bis zu 70 Prozent, was Thomas Schlötel bestätigt. “Seit dem Einbau des Energiespeichers beziehen wir vom Stromversorger noch rund 3 kw/h pro Tag. Davor waren es 25 kw/h. Bei uns liegt der Eigenverbrauch sogar deutlich über 80 Prozent.” Thomas Schlötel weiter: “Energiespeicher sind die Technologie der Zukunft.”

“Wir möchten zeigen, was derzeit technisch geht”
Einschränkend gibt der Geschäftsführer von Elektro Schlötel aber zu, dass die neue Technik ihren Preis habe. Mit rund 20.000 Euro schlägt die Investition zu Buche. “Wir sehen diese Generation von Energiespeicher nicht als Anlageobjekt, sondern als technische Innovation mit Potenzial. Wir möchten zeigen, was derzeit technisch geht und unseren Kunden nur das verkaufen, was wir auch selber bei uns einbauen”, erklärt Thomas Schlötel. Mittelfristig, und mit steigendem Bedarf, werden sicherlich die Preise für Energiespeicher sinken.

7 Jahre Garantie auf Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien
Technisch betrachtet befinden sich im “LifeStore” von Assistec neueste Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien, die eine Lebensdauer von rund 5.000 Ladezyklen haben. Assistec gewährt nach eigenen Angaben “7 Jahre Zeitwertgarantier (linear)”. Das intelligente Energiemanagementsystem, steuerbar über Touchscreen, sorgt für einen “optimierten Eigenstromverbrauch mit konkurrenzlos schnellem Regelverhalten”. Die SPS-Steuerung mit CAN-Schnittstslle ist netzwerkfähig, eine Visualisierung und der Zugriff über Computer, Tablet und Smartphone sind möglich. Die nutzbare Speicherkapazität der Anlage, wie sie bei Elektro Schlötel installiert ist, beträgt 16,3 Kilowatt pro Stunde. “Der Energiespeicher reicht aus, um über Nacht unser Elektroauto aufzuladen”, lobt Peter Schlötel.

Keine Bypass-Umschaltung notwendig
Der neue Energiespeicher arbeitet netzparallel, es gibt keine Umschaltpunkte zwischen dem Speicher und dem öffentlichen Netzbezug (keine Bypass-Umschaltung notwendig). Die Lade- und Entladevorgänge werden vollautomatisch von der intelligenten Software gesteuert. Je nach Bedarf speichert der “LifeStore” Sonnenenergie, gibt Kapazitäten ab, liefert überschüssigen Strom an den Netzversorger oder bezieht ihn von dort. “Alles automatisch, zuverlässig, sauber”, sagt Thomas Schlötel.

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