Aufprall mit Vollgas

Fachmann: Stephan Schulze, Abteilungsleiter Fahrzeugbau bei Wiese, steht in der neuen Sandstrahlanlage und zeigt auf eine bereits bearbeitete Fläche an einem Auflieger. FOTO: JÜRGEN KRÜGER

Der Fachmann: Stephan Schulze, Abteilungsleiter bei Wiese Fahrzeugbau, steht in der neuen Sandstrahlanlage und zeigt auf eine bereits bearbeitete Fläche an einem Auflieger. FOTO: JÜRGEN KRÜGER

Petershagen-Meßlingen. Stephan Schulze ist gelernter und erfahrener Fahrzeugbauer. Seit 1997 bei Wiese Fahrzeugbau in Meßlingen trägt der 45-jährige Schaumburger mittlerweile die Verantwortung für den gesamten Fahrzeugbau und die Reparaturen. Mit rund 30 Mitarbeitern ist das die größte Abteilung im Unternehmen, darunter sind im Durchschnitt acht Auszubildende.

Neuerdings gehört zu Stephan Schulzes Fachbereich auch das Sandstrahlen als Vorbereitung für die Lackierung. Seit Dezember 2013 ist die neue Anlage in Betrieb. Geliefert hat sie das Paderborner Unternehmen Konrad Rump. „Der Marktführer in diesem Segment“, sagt Stephan Schulze. Den Raum für die technisch hochwertige Anlage hat allerdings Kollege Johann Gossen (CAD; Konstruktion bei Fahrzeugbau Wiese) geplant und gezeichnet. Auch haben die eigenen Mitarbeiter bei den vorbereitenden Baumaßnahmen mit geholfen. Die gesamte Bauzeit betrug rund vier Monate, die Investitionssumme 210.000 Euro.

Freistrahlanlage mit Kratzboden
Die neue Sandstrahlanlage ist eine Freistrahlanlage zur manueller Druckluft-Strahlbehandlung der Werkstücke mit Druckstrahlgebläse, Strahl- und Schutzausrüstung. Die Kabine besteht aus einer Profilstahlkonstruktion mit Iso-Wänden und Gummi-Innenauskleidung sowie Beleuchtung und Toren. In die Kabine hinein passen ganze LKW-Fahrwerke und Auflieger. Die Maße:  13,65 Meter lang; 2,55 Meter breit und 4 Meter hoch. Mit maximal 6 bar Druckluft schleudert die Anlage Stahlkugeln, so klein wie Sandkörner, auf die zu behandelnde Fläche. Die Aufprallgeschwindigkeit bestimmt dabei den Erfolg. Nach getaner Arbeit fällt das Granulat durch eine Roste auf den sogenannten Kratzboden. Der heißt so, weil Schienen auf dem Boden angebracht sind, die das Strahlgut zusammenkratzen, zum Anfang der Strahlbox schieben und es der erneuten Verwendung zuführen.

Interne und externe Aufträge
Sandstrahlen ist Handarbeit. Stephan Schulzes Mitarbeiter benötigt ungefähr zwei Arbeitstage, um zum Beispiel einen kompletten Auflieger von Rost, Farbe, Zunder und anderen Verunreinigungen zu befreien. Die Sandstrahlabteilung bekommt nicht nur hauseigene Aufträge, sondern nimmt auch externe Aufträge an. „Es kommt zunehmend vor, dass fremde Unternehmen ihre Fahrzeuge nur zum Sandstrahlen bringen“, sagt Schulze.

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