Ploschitz

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Ploschitz ist ein Dorf in der Nähe von Belgrad (Serbien). Titos Partisanen haben die dort ansässigen Deutschen nach Ende des 2. Weltkrieges 1945 vertrieben. Ploschitz war durch eine Senke geteilt in einen deutschen und in einen serbischen Teil. Eine Vermischung unter den Bewohnern beider Ortsteile gab es nicht. Unter den Vertriebenen waren auch die Oma meiner Frau Heike, ihre Mutter (damals 8 Jahre), ihre Tante (6 Jahre) und ihr Onkel (2 Jahre). Sie alle haben sich später in Deutschland niedergelassen, ihren Geburtsort aber nie wiedergesehen. Im August 2013 sind meine Frau und ich sowie unsere beiden Söhne Fabio und Matteo mit dem Wohnmobil nach Ploschitz gefahren. Dort sind wir sehr freundlich von Jakob Futterer, dem einzig in Ploschitz noch lebenden, deutsch sprechenden Einwohner empfangen worden. Jakob Futterer war im Jahr der Vertreibung 1945 drei Jahre alt und durfte bleiben, weil sich sein Großvater den Kriegsdienst verweigert hatte.

Ende April 2018 waren wir zum zweiten Mal in Ploschitz, gemeinsam Andreas Novak, der in Minden lebt, in Ploschitz geboren wurde und damals in der Nacht der Vertreibung im Mai 1945 zwölf Jahre alt war. Der Film dokumentiert diese außergewöhnliche und emotionale Reise. Außerdem erzählt Andreas Novak in diesem 27-minütigen Beitrag seine Geschichte. Fotos von der Reise.

Hier die Bildergalerie vom Besuch in Ploschitz im Jahr 2013.

13 Gedanken zu “Ploschitz

  1. Guten Morgen Herr Krüger, beim suchen eines geeigneten Weihnachtsgeschenks für meinen Vater Martin Reppmann stieß ich auf Ihre Seite. Er wohnte damals in Blauschütz (also Ploschitz), ist jetzt 95, seine Eltern waren Otto und Eva Reppmann. Vor zwei Jahren hatten wir noch zwei Bücher aufgetrieben “Erinnerungen an Ploschitz” und ” ein Volk ausgelöscht”, die wir ihm zusammen mit einer Foto Collage zu Weihnachten schenken. Es war sehr emotional. Gibt es eigentlich ein noch Austauschforum? Viele Grüße aus Essen Reinhard Reppmann

  2. Lieber Herr Krüger,
    ich freue mich so, dass ich Ihre Seite gefunden habe.
    Meine Oma, Sophie Laban (eine geborene Novak), mein Opa (Josef Laban), meine Mutter und meine Tante mussten damals flüchten. Sie sind in Wien gelandet. Oma´s Schwester – Katharina Schreiber kam nach Deutschland, in die Nähe von Stuttgart. Leider lebt nur noch meine Tante, Anna Maierhofer (geb. Laban), aber ich kann mich gut erinnern, dass Oma jährlich zum Heimattreffen nach Deutschland gefahren ist. Meine Tante weiß nich mehr viel von Ploschitz, aber dieses Buch besitzen wir auch. Das hat Oma von einem der Treffen mitgebracht. Meine Tante freut sich sicher, wenn ich ihr von Ihrer Seite erzähle. Auch die Familie Brausam ist mir ein Begriff. Wissen Sie, ob die Heimattreffen noch stattfinden ?

      • Lieber Herr Krüger, liebe Frau Steinbrecher,

        die Ploschitzer Treffen in Sindelfingen gibt es aus Altersgründen leider nicht mehr. Es gibt eine Facebookseite “Ploschitz”, falls Sie weitere Auskünfte benötigen.

        Herzliche Grüße an alle Ploschitzer aus Bayern!
        Karin Strobl

  3. Lieber Herr Vorreiter,
    wir wohnen in der Nähe von Minden, und dort wohnt mit Klara Büsking eine in Ploschitz geborene Novak. Das müsste die Nichte ihrer Oma sein. In Minden leben auch noch die beiden Neffen Ihrer Oma, Andreas und Jochen Novak. Und meine Frau Heike hat heute mit Susanne Finke, der Tochter von Jochen Novak, Sport getrieben. Elizabeth, die Schwester ihrer Oma, ist also die Oma von Susanne Finke, die Friedewalde wohnt, genauso wie wir. So klein ist die Welt. Ihre Oma heißt Barbara, oder?

    Liebe Grüße, Jürgen Krüger

    • Lieber Herr Krüger,

      auch mein Schwiegervater (85) wurde in Ploschitz geboren.
      Er heißt Dorn Josef und ist der Sohn von Dorn Michael und Dorn Katharina (geb. Nikels).
      Seine Geschwister Magdalena (89) und Barbara/Betty (86) leben ebenfalls noch.

  4. Every once in a while I surf the internet looking for pieces of my family history. In particular, images from Ploschitz. My Oma, who is now 97, has dimentia. Almost every day she asks us where she is. “Am I in Ploschitz” she asks. We tell her no, you are in America, and then she cries. All of her sisters have passed away, including her sister Elizabeth who coincidentally was married to a Novak. I want to thank you for sharing your images. I try to spark Oma’s mind with memories from the past. She often looks through a book we purchased that was published using the resources from survivors of WWII. This is her connection to her past. One day I too will travel to see where she grew up. Her name is Barbara Schubert. Thank you again.

    • Mr. Vorreiter,
      I am researching my daughter’s parents-in-law. The mother-in-law has ancestry in Ploschitz–we know it as Kevepallos on the passenger list–on the father’s side. The family name is Novak, Catholic. I am wondering whether the church records can be found at Ploschitz or back in Hungarian archives. The Novaks left Kevepallos in 1912 for the US.

  5. Das ist ja interessant. Meine Grosseltern mit Kinder (meine Mutter, Tante) und mein Vater kommen ebenfalls aus Ploschitz in der gleichen Zeit und mussten nach dem Krieg das Land Richtung Deutschland verlassen. Ich weiss nicht viel aus dieser Zeit. Alle meine Angehörigen die dort gelebt haben sind bis auf meine Mutter und Tante schon gestorben. Es berichtet niemand mehr über die Zeit dort, es muss auch viel grauenvolles geschehen sein. Vielleicht werde ich auch einmal dorthin auf “Spurensuche” gehen.
    Mfg Matthias

    • Die Ploschitzer waren und sind in ganz Deutschland und Österreich verstreut. In meinem Dorf Friedewalde haben sich einige, vielleicht zehn Personen, niedergelassen. Unter anderem auch das Ehepaar Brausam. Viele Ploschitzer sind nach ihrer Vertreibung zunächst ins Lager Rudolfsgnad (Serbien, zwischen Belgrad und Novi Sad, rund 120 Kilometer von Ploschitz entfernt) gekommen. Meine Schwiegermutter und ihre Familie waren dort zum Beispiel acht Jahre lang, bevor das Lager aufgelöst wurde und sie nach Deutschland fliehen konnten.

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