Abriss mit Kawumm

40 Kilogramm Sprengstoff: Die Sudbachtalbrücke in Löhne (B61) fällt in sich zusammen. Foto: Jürgen Krüger

Löhne. Sie war alt, sie war marode, sie musste weg. Mit 40 Kilogramm Sprengstoff hat Sprengmeister Oliver Marks am Dienstag, 15.November 2017, die Sudbachtalbrücke in Löhne-Gohfeld zum Einsturz gebracht. Mit einem unfassbar lauten Knall fiel die 2.500 Tonnen schwere Konstruktion zehn Meter in die Tiefe. Danach herrschte eine gespenstische Ruhe. “Alles in Ordnung”, sagte Oliver Marks nach der Sprengung, auf die er sich und sein Team von der Abbruchfirma TVF Altwert eine Woche lang vorbereitet haben. In jeden der vier Brückepfeiler bohrten sie 1,35 Meter tiefe Löcher, die sie einen Tag vor der Sprengnung mit je 1,2 Kilogramm des Sprengstoffs “Eurodyn 2000” gefüllt hatten. 40 Kilogramm Sprengstoff waren es insgeesamt.

Sudbachtalbrücke war erst 51 Jahre alt
Den Auftrag für den Brückenabriss hatte Straßen NRW erteilt. Die Sudbachtalbrücke wurde 1966 fertiggestellt, ist also gerade mal gut 50 Jahre alt. “Das ist für ein solches Bauwerk enttäuschend wenig”, wie Sven Johanning, Pressesprecher von Straßen NRW, gegenüber der Neuen Westfälischen sagte. Eine Sanierung wäre unwirtschaftlich gewesen. Bis zum Jahresende 2017 sollen die Trümmer der gesprengten Sudbachtalbrücke abtransportiert sein. Die neue Brücke, die Ende 2018 fertig gestellt sein soll, werde mit 99 Metern zehn Meter länger als die alte Brücke sein. Abriss und Neubau kosten laut NW 4,5 Millionen Euro.

Drohne stürzt bei Probeflug ab
Vor Ort war natürlich reichlich Presse vertreten, aber auch Steffen Krause aus Gräfenhainichen (Sachsen-Anhalt). Der 43-Jährige, der normalerwiese in einem Betonwerk arbeitet, hat sich mit Luftaufnahmen (www.rc-luftbilder.de) ein zweites, nebenberufliches Standbein aufgebaut. Für TVF erstellt er regelmäßig Filme von Sprengungen. Beim Testflug über die Sudbachtalbrücke passierte ihm allerdings ein Malheur. Seine Drohne, eine DJI Phantom 4, stürzte aus unbekannter Ursache plötzlich aus 30 Metern Höhe in die Tiefe und zerschellte auf der Fahrbahn. An Luftaufnahmen war mit diesem Modell nicht mehr zu denken, die knapp 700 Kilometer An- und Abreise schienen dadurch umsonst gewesen zu sein. Ich sagte ihm zu, dass er meine Luftaufnahmen (DJI Phantom 2, GoPro Hero 4 Black Edition) kostenfrei bekommt, weil ich mich in seine Lage hineinversetzen kann und er mir aufrichtig leid tat. Im Gegenzug gab er mir seine Bodenaufnahmen, denn was ich nicht wusste: Steffen Krause hatte sechs Kameras aufgebaut. Durch diesen freien Tausch haben wir beide nun die Sprengung der Sudbachtalbrücke aus mehreren Perspektiven.

Die Sprenung in 22 Sekunden (Film Jürgen Krüger für die Neue Westfälische)

Sprengungsfilm von Steffen Krause

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