Mutig nach Köln

Wunderschön: Die Kölner Flora im Botanischen Garten. Foto: Kölnkongress / Jens Willebrand

Köln. Am Freitag, 30. Juni 2017, gibt das Grimme Institut in Köln die Preisträger des Grimme-Online-Award 2017 bekannt. Nominiert sind auch mein Kollege Johannes Wöpkemeier und ich mit der Multimediareportage über den Bau der Nordumgehung. Wir werden am Freitag mit dem Auto anreisen. Begleiten wird uns Thorsten Gödecker, Leiter der Lokalredaktion Bad Oeynhausen der Neuen Westfälischen Zeitung. Ich hole ihn um 11 Uhr in Bad Oeynhausen ab, Johannes steigt dann im Bad Oeynhausener Ortsteil Lohe zu. Wir dürften um 13.30 Uhr in Köln ankommen und werden dort auf Einladung des Grimme-Instituts im Hotel Viktoria einchecken.

Shuttle-Service, Roter Teppich, Fotos
Gebucht haben wir den kostenfreien Shuttle-Service von Mercedes Benz, der uns zur wunderschönen Kölner Flora bringt. Das sind zu Fuß zwar nur 800 Meter, aber so viel Spaß muss sein:). Der Einlass zum Empfang mit Getränken und Fingerfood beginnt um 18.30 Uhr, die Preisverleihung um 19.30 Uhr, und sie wird bis circa 21.45 Uhr dauern. Danach gibt es Speisen vom Buffet und Getränke. Auf dem Weg zum Empfang werden wir über einen roten Teppich laufen und fotografiert. Im Saal selbst sollen die Nominierten weiter vorne sitzen. Der Ablauf ist wie folgt: Ein Preispate verkündet den Gewinner, es folgen Einspielfilm und Laudatio. Moderatorin Jeannine Michaelsen wird die Sieger dann auf die Bühne bitten, wo die Trophäe übergeben wird. Es folgt ein kleines Gespräch und ein Foto mit dem Laudator. Eine “Dankesrede” oder ähnliches brauchen die Geehrten nicht zu halten.

Wir sind die einzigen Lokaljournalisten
Johannes und ich sind in der Kategorie “Information” nominiert. Neben unserem Beitrag sind das: Es war nicht immer der Osten (Berliner Morgenpost, Ihre Wahl – der WDR-Kandidatencheck (Westdeutscher Rundfunk), Lifestyle-Doping – die Männerdroge Testosteron – (Bayerischer Rundfunk), Rette sie, wer kann (Der Spiegel), Timeline der Panik (Sueddeutsche.de). Wir fahren mutig nach Köln, denn wir sehen minimale Außenseiterchancen, weil wir die einzigen Lokaljournalisten sind. Der Beitrag des Spiegel “Rette sie, wer kann” ist aber unser klarer Favorit.

Update: Kein Preis für uns
Sonntag, 2. Juli: Auch wenn wir keinen Preis gewonnen haben, so sind wir stolz, eines der besten Online-Angebote unseres Landes produziert zu haben. Mit der Nominierung für den Grimme Online Award haben wir sogar das beste lokaljournalistische Online-Projekt Deutschlands veröffentlicht. Johannes und ich bedanken uns sehr bei den vielen Menschen, die uns unterstützt, für uns gevotet und uns die Daumen gedrückt haben. Wir waren letztendlich chancenlos, weil nur bis zu acht Grimme-Preise vergeben werden, unabhängig von der Kategorie. Das heißt, es wäre auch möglich gewesen, dass eine Kategorie ganz leer ausgeht. Und so kam es, dass in der Kategorie “Kultur und Unterhaltung” drei Preise vergeben wurden, in unserer Kategorie “Information” nur einer. Unsere minimale Außenseiterchcance war dahin. Als einzige Lokaljournalisten mit kleinem Budget hatten wir auf einen Bonus bei der Jury gesetzt. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Natürlich waren wir zunächst enttäuscht, doch mit ein paar Tagen Abstand halten wir fest, dass die Latte sehr hoch hing. Und so überwiegt jetzt die Freude, dass es unsere mittlerweile anderthalb Jahre alte Multimedia-Reportage “Mittendurch – Die A-30-Nordumgehung Bad Oeynhausen: Ein Jahrhundertprojekt spaltet die Kurstadt” geschafft hat, aus 1.200 eingereichten Arbeiten unter die 29 Nominierten für den Grimme-Online-Award 2017 zu kommen.

Kritik an drei Preisvergaben
Bezüglich der Preisträger gibt es bei fünf Siegern keine zwei Meinungen: Die mit den Händen tanzt (Hessischer Rundfunk), Was heißt schon arm? (Spiegel online), Datteltäter (ARD/ZDF – Funk), #ichbinhier (Facebookgruppe) und der Wochenendrebell (Blog von Vater und Sohn mit Asperger-Syndrom) sind herausragend. Warum allerdings die 360-Grad Ansicht des Kölner Doms, das am meisten fotografierte Bauwerk der Welt, besser sein soll als die herausragende 360-Grad-Reportage “Rette sie, wer kann” von Spiegel online, erschließt sich mir nicht. Auch den Kandidatencheck des Westdeutschen Rundfunks habe ich nicht vorne gesehen, eher schon “Timeline der Panik” von der Süddeutschen Zeitung. Ein Geschmäckle bleibt auch beim Preis für die “RESI-App”: nachnominiert und durchgewunken auf Platz eins. “Unter den Einreichungen befand sich, nach Meinung der Jury, noch ein kleines Juwel, welches eine genauere Betrachtung und letztendlich auch eine Auszeichnung verdient hat”, rechtfertigt das Grimme-Institut die Entscheidung. Dass die Gruppe um RESI-Geschäftsführer Martin Hoffmann dann auch noch selbst den Umschlag öffnen und sich zum Sieger erklären musste, wirkte verstörend.

Auf dem roten Teppich: Jürgen Krüger (links) und Johannes Wöpkemeier kurz vor der Preisverleihung des Gimme Online Award 2017 in der Kölner Flora. Foto: Thorsten Gödecker

Preisträger

Kategorie SPEZIAL

PUBLIKUMSPREIS

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.